KOPFGRAFIK

Stückbeschreibung
Das Geld
nach dem Roman von Émile Zola
in einer Bearbeitung von John von Düffel
Saccard, ein Spieler und Finanzjongleur, entwickelt eine erfolgreiche Geschäftsidee. Um Silbervorkommen im Orient abzubauen, gründet er als Start-Up-Unternehmen die Universalbank und legt Aktien auf. Seine geniale Firmenphilosophie beflügelt die Phantasie seiner Anleger und die Aktien steigen in schwindelerregende Höhen. Wäre da nicht sein Gegenspieler, der alteingesessene Bankier Gundermann, der ihn zu einer großen Entscheidungsschlacht herausfordert.
Mit Émile Zolas 1891 erschienenem Meisterwerk bearbeitet John von Düffel nach den „Buddenbrooks“ und „Joseph und seine Brüder“ ein weiteres Mal einen großen Roman für die Bühne. Regisseurin Tina Lanik, feste Regisseurin am Bayerischen Staatschauspiel, inszeniert das Panorama einer ökonomisch kollabierenden Gesellschaft, aufgenommen aus dem Blickwinkel der Börse.

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Vigier aus Baden-Baden meinte am Montag, den 30.11.2009
Ein Finanzexperte hat das Projekt eines Ingenieurs gefunden, das beide - und vor allem ihn selbst - reich machen soll. Es beginnt die schwierige Suche nach einem Investor, die Ausgabe von Aktien, das Puschen des Aktienkurses in immer neue Höhen. Gegenüber der Aktienspekulation wird das Projekt zur Routine, einer Nebensache. Faszinierend die Energie und der Optimismus des Finanziers, der nach dem Geld für sich und seine Anhänger jagt. Schließlich geht es ihm fast nur darum, den Banker Gundermann (der Name Ackermann wäre wohl zu verfänglich gewesen) zu besiegen. Spannende Unterhaltung mit ambivalenten Charakteren, die nachdenklich stimmen, ohne einseitig zu sein.
Monika Katzer aus Düsseldorf meinte am Freitag, den 13.11.2009
Zu 'Das Geld'
Ich bedauere, dass ich nach der gestrigen Vorstellung zum Applaus nicht aufgestanden bin. Die Vorstellung hatte unbedingt 'standing ovations' verdient (Bearbeitung, Inszenierung, Dramaturgie ... und natürlich die großartige Leistung der Akteure auf der Bühne). Wahnsinnig, beklemmend irre und leider total real! Ein großes 'Bravo' im Nachhinein.
M. K.
Dr. Hanno Dreger aus Solingen meinte am Montag, den 19.10.2009
„Bis zu Erkenntnissen getrieben“ werde der Zuschauer im epischen Theater, sagt Brecht. „Das Geld“ empfängt im Foyer des Schauspielhauses wie die Mensa von 1968: Anstehen, Flugblättermüll und Marktschreier der Marxisten, Leninisten, Trotzkisten, Maoisten, Anarchisten: die Ideologen-Börse in kaltem Glas und grauem Beton. Doch halt! Hier ist die wirkliche gemeint, erkennt das Publikum und kriegt auch gleich den Retter zu sehen: Karl Marx, wie Maler Klecksel angetan. Dann darf (und muss) man sich setzen, bewundert den wunderbaren Bühnenbau und das hingebungsvolle Spiel der Akteure. Michele Cuciuffo gibt wirklich das Maximum! Er verkörpert einen Börsen-Junkie, der scheitert - natürlich. Und ganz aktuell! Ein Theaterstück wird deshalb nicht draus, Zola hin, von Düffel her. Aktualität des Themas ist wohl schön und gut, allein aber keine Handlung. Der Kurs einer Aktie ist auch kein dramatischer Text, sondern bleibt trotz allen Stakkatos banales Faktum. Nach guten zwei Stunden sagt der Spieler: „Wir haben es geschafft!“ und wer es noch hört, denkt: „Na, endlich!“ und packt seine Erkenntnis wieder in die Zeitung vom Frühstück ein. Bis zum nächsten Mal? Man muss mal drüber nachdenken. Früher hatte man mehr Erkenntnis fürs Geld.
Peter Witt aus Düsseldorf meinte am Montag, den 05.10.2009
Geld oder Leben? Ja, um Geld ging es wohl, aber um Leben? Leider agieren die Figuren extrem berechenbar und das Leben drückt sich auch nur andeutungsweise in der unverhohlenen, aber wie es dem Zuschauer erscheinen muss, nur wenig problematischen sexuellen Allianz zwischen Saccard und der Frau seines Projektpartners Hamelin aus. Der Beginn des Stücks im Theaterfoyer lässt zunächst hoffen, dass mit Tempo gespielt werde. Anschließend im dunklen Theatersaal zieht sich das Drama streckenweise sehr in die Länge, um erst nach der Pause etwas an Fahrt aufzunehmen, was nicht zuletzt dem intensiven Spiel von Michele Cuciuffo zu verdanken ist, der die Geldgier des Finanzwelthelden als eine Art Amoklauf der Gefühle darstellt. Daneben agieren die anderen Darsteller sehr verhalten, müssen es wohl, weil ihre Rollen nicht mehr hergeben. Mein Fazit: Weder eine überraschende noch konsequente Inszenierung, das Stück dem Thema Finanzkrise nicht angemessen, die Schauspieler anständig spielend, aber durch das Stück unterfordert und insgesamt angesichts des sehr knappen und eindimensionalen Spannungsbogens (Aufstieg und Fall, ja, was denn sonst?) einfach zu lang.
Harald Unger aus Düsseldorf meinte am Mittwoch, den 30.09.2009

Starker Auftakt im Foyer, danach wird's etwas episch. Diese Inszenierung wäre vor 20 Jahren topp angesagt gewesen.

Klar, wie will man in Düsseldorf auch das wirkliche Ausmaß unserer abgefackten, strukturellen Endphase bespielen? Das gewollte Zusteuern des Staats auf eine neue Hyperinflation wie im Jahr 1923, um sich so 'über Nacht' zu entschulden?
Mit den bekannten Folgen?

Schließlich darf spätestens jetzt der Sparkassenfilial-Horizont eine Grosse-Brockhoff und eines OB Elbers (und das deren großer, mehrheitlicher Anhängerschaft) nur ja nicht mehr überschritten werden.

Das biedere Bühnenbild und die biederen Kostüme werden mit den wirkungsvoll gemachten Bühneneffekten und Videoeinspielungen toll ausgeglichen. Klasse, mal wieder, die Frisuren. Daniel Graf z.B. sieht aus wie weiland David Bowie.

Auf der Bühne eine ausnahmlos 'glänzende' Truppe um Michele Cuciuffo, wobei die Rolle des Sigismund, als Verkörperung der kommenden Marx-Renaissance, am aktuellsten ist.

PS
Wie schon so oft, ein sehr gutes Programmheft, vielen Dank dafür.
Heinz-Kurt Wahren aus 73563 Mögglingen meinte am Donnerstag, den 17.09.2009
In der Süddeutschen Zeitung wurde über die Aufführung von "Das Geld" berichtet und eine Stelle aus dem Programmheft zitiert.
Könnten Sie mir bitte ein Exemplar des Programmheftes zuschicken?
Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
mira kern aus duisburg meinte am Montag, den 14.09.2009
das hatten wir doch schon bei burckhard c. kosminski oder?
mira kern aus duisburg meinte am Montag, den 14.09.2009
das hatten wir doch schon bei burckhard c. kosminski oder?
mira kern aus duisburg meinte am Montag, den 14.09.2009
das hatten wir doch schon bei burckhard c. kosminski oder?
Benno Huck aus Düsseldorf meinte am Montag, den 14.09.2009
Großer Quatsch im großen Haus. Man sah, wie die Schauspieler sich abmühen mussten, um jenseits des erwarteten Managergequatsches wenigstens ein Fünckchen über die Rampe zu bringen. Zur Unterstützung hat der Hauptdarsteller zum Ende hin ja auch ein Glitzerkostüm bekommen. John von Düffel hat sich in seiner Bühnenfassung nichts gewagt, die Regisseurin scheinbar ihr Konzept vergessen und es nicht vermocht, den Stoff durch ihre Inszenierung um eine Dimension zu erweitern. Alles kam, wie erwartet und um des Witzes Wiillen am Ende, drückt man sich um eine Auflösung der Geschichte und die, der unerträglich berechenbaren Charaktere, was in diesen Sinne ja vielleicht ist. Abo 2009/10: "Bei uns können Sie sich mal so richtig ausschlafen!"
Gerda Helm aus Düsseldorf meinte am Sonntag, den 13.09.2009
Was für eine Spielzeiteröffnung- ein Abend, der sich unerträglich in die Länge zieht! Viel Geblende, wenig zu sagen! Wenn sich das Düsseldorfer Schauspielhaus so mit dem Thema "Geld oder Leben" auseinandersetzt, na dann: gute Nacht. Ich habe von Fräulein Lanik schon Sachen in Bochum gesehen und mit ihr schafft es das Düsseldorfer Schauspielhaus bestimmt nicht, sich weiter nach vorne zu spielen. Das war langweilig, überflüssig, dünn, dümmlich.
helgadeussen aus Düsseldorf meinte am Sonntag, den 13.09.2009
ja, was für eine Spielzeiteröffnung, ein Abend, der spannend bis zum Schluss blieb, hochaktuell, gerade in der gegenwärtigen Lage nicht zu vergessen großartige schauspielerische Leistungen, danke an alle Beteiligten und viel Glück für die nächsten Premieren
T.J. aus Düsseldorf meinte am Sonntag, den 13.09.2009
Schwere Kost, aber packend rübergebracht, wenn auch mit geringfügigen Längen. Ein grandioser Saccard, Hut ab vor der darstellerischen Leistung.
M. Schulte aus Düsseldorf meinte am Sonntag, den 13.09.2009
Keine Bravos, keine stehende Ovationen, aber auch keine Buh-Rufe am Ende der Aufführung - bezeichnend für diese Inszenierung, die arm an Höhepunkten war und schnell wieder vergessen sein wird. Das Publikum honorierte das Gesehene mit ehrlichem und verdienten Applaus, war aber gleichzeitig offensichtlich auch froh, dass die drei Stunden endlich vorbei waren. Freilich: Die schauspielerischen Leistungen waren tadellos, und "unerträglich lang" - wie es meine Vorrednerin hier formuliert hat - war die Aufführung nun wahrlich nicht (im Gegenteil; trotz einiger Längen blieb die Geschichte/Handlung an und für sich nicht unspannend). Was aber fehlte, war der Tiefgang: Keine Denkanstöße für das Publikum, keine klare Handschrift, Stellungnahme oder gar "Message" der Regie und Dramaturgie, sondern einfach nur ein Aufspringen auf das Thema Wirtschaftskrise, das sich das Düsseldorfer Schauspielhaus in dieser Harmlosigkeit getrost hätte schenken dürfen. Natürlich ist es bemerkenswert, wenn ein älteres literarisches Werk auch in der heutigen Zeit noch (bzw. wieder) brandaktuell ist - trotzdem wird eine Inszenierung dadurch ja nicht automatisch bemerkenswert. Fazit: Das Gesehene an diesem Abend war solide - nicht weniger, aber leider auch nicht mehr...
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