Stücke
Stückbeschreibung
Der Auftrag
von Heiner Müller
Wie gehen wir mit unserem Erbe um? Was ist aus den drei wichtigsten Forderungen der Großen Französischen Revolution Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit geworden? "Erinnerung an eine Revolution", heißt Heiner Müllers Theaterstück "Der Auftrag" im Untertitel. Drei Abgesandte des französischen Konvents, Debuisson, Galloudec und Sasportas, erhalten im Namen der französischen Republik den Auftrag, in Jamaika einen Aufstand gegen die britischen Kolonialherren zu initiieren. Nach der Machtübernahme durch Napoleon Bonaparte am 9. November 1799 ist die Revolution beendet - die Emissäre stehen plötzlich ohne Auftrag da: "Unsere Firma steht nicht mehr im Handelsregister. Sie ist bankrott." Wofür jetzt kämpfen? Wohin mit der Utopie?
Der Farbige Sasportas und der bretonische Bauer Galloudec entscheiden sich für das Weitermachen: "Solange es Herren und Sklaven gibt, sind wir aus unserem Auftrag nicht entlassen". Sie bezahlen ihr Engagement mit dem Leben: Sasportas wird als Aufständischer gehängt, Galloudec stirbt schwer verletzt in einem Krankenhaus. Lediglich Debuisson "kehrt zurück in den Schoß" seiner Sklavenhalter-Familie, ihm geht es vermeindlich gut: "In der Zeit des Verrats sind die Landschaften schön".
Der Farbige Sasportas und der bretonische Bauer Galloudec entscheiden sich für das Weitermachen: "Solange es Herren und Sklaven gibt, sind wir aus unserem Auftrag nicht entlassen". Sie bezahlen ihr Engagement mit dem Leben: Sasportas wird als Aufständischer gehängt, Galloudec stirbt schwer verletzt in einem Krankenhaus. Lediglich Debuisson "kehrt zurück in den Schoß" seiner Sklavenhalter-Familie, ihm geht es vermeindlich gut: "In der Zeit des Verrats sind die Landschaften schön".
Die Figuren und Motive seines Stückes, das Müller in Notizen, die sich im Nachlass fanden, "eine Bergpredigt des Verrats" nennt, hat er der Erzählung "Das Licht auf dem Galgen" von Anna Seghers entnommen. "Der Auftrag", in dem der Autor verschiedene Zeitebenen immer wieder überraschend "zusammenschiebt", wurde in der Regie von Heiner Müller 1980 an der Volksbühne in Berlin (Ost) uraufgeführt.
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Kommentare lesen
Sina Berg aus Düsseldorf meinte am Freitag, den 25.09.2009
Ein super Abend. Im Speziellen Michael Abendroth, der sprachlich alle Dimensionen auszulotet und so punktgenau setzen kann. Das Frauenbild ist mir leider nicht differenziert genug. Dennoch vielen Dank für diese Inszenierung!
Shula aus Essen meinte am Dienstag, den 23.06.2009
Sehr schön!
Eine angenehme Struktur und die Schönheit der Müllerschen Worte greifen den Zuschauer beim Herzen!
Ein großes Lob an die Leistung aller!!
Eine angenehme Struktur und die Schönheit der Müllerschen Worte greifen den Zuschauer beim Herzen!
Ein großes Lob an die Leistung aller!!
Harald Unger aus Düsseldorf meinte am Sonntag, den 07.06.2009
Großes Können im Kleinen Haus.
Wer sein Fach beherrscht wie Michele Cuciuffo, sich nach vorne entwickeln konnte wie Milian Zerzawy, natürlich und ausdrücklich spielt wie die junge Viola Pobitschka - nur der/die kann in gekonnter Zurückgenommenheit und, gerade so, in wahrer Stimmung und Begreiflichkeit, seine Typen auf die Bühne bringen.
Klar, Michael Abendroth, mit unvergleichlichem Geist, lässt sein Publikum an jedem Ton zwischen Komödie und Drama, in höchster und bester Spielkunst, trefflich teilhaben.
Ein meisterhaft reduzierter Bühnen-Raum, mit Kostümen, Licht und Ausstattung; seinen 'belebten' Requisiten, dem aufmerksamen Engel Markus Danzeisen und dem ungewöhnlich spielenden Musiker Thomas Jeker. Eindrücklich für alle, die klassische Literatur- und zeitgemäßes Schauspiel betrifft.
Knapper und klarer als "Der Auftrag", mit dem dazu passenden Programmheft-Text "Aufklärung", von Jean Ziegler, kann ein Beschreiben der Geschichte und des Heute, in seiner "Refeudalisierung", nicht sein.




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