Das Schmürz
Deutsch von François Lachenal und Klaus Völker
Pragmatisches Handeln ist das Gebot der Stunde: Man richtet sich in den veränderten Umständen ein, so gut es geht und macht das Beste draus: Einfach so tun, als wäre nichts passiert und vergessen wie es vorher war. Allein Zénobie, die Tochter, insistiert auf ihren Erinnerungen: an eine andere Zeit, an ein anderes Leben, an Luxus und Wohlstand. Doch die Eltern bleiben hartnäckig in ihrem Vergessen: Selbst als das Geräusch wiederkommt und die Flucht in eine neue noch kleinere Wohnung sich wiederholt, blenden sie unliebsame Erfahrungen beharrlich aus. Integraler Bestandteil der Familie ist das rätselhaft schweigende Schmürz. Es wird gedemütigt und erniedrigt, ignoriert und gehasst. Es ist immer gegenwärtig, beunruhigender Zeuge aller Geschehnisse, heftig bekämpfter Bestandteil des kollektiven Erinnerungsvermögens. Irgendwann ist die Angst nicht mehr beherrschbar. Die Situation eskaliert und die meisten Mitglieder der Familie kommen gewaltsam zu Tode.
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