KOPFGRAFIK

Stückbeschreibung
Kasimir und Karoline
von Ödön von Horváth
Liebe in Zeiten der Verunsicherung: Das Münchner Oktoberfest, auf dem Ödön von Horváths Ballade spielt, ist eine gigantische Kirmes. Aber die laute Volksfestwelt hat auch ihre stillen Seiten: Kasimir ist nicht nach feiern zumute. Er hat seine Arbeit verloren und kann nicht glauben, dass ihn seine Verlobte Karoline immer noch liebt. Es kommt zum Streit, erlebnishungrig stürzt sich Karoline in den Rummel. Sie lernt den Zuschneider Schürzinger kennen, und auch die Herren Rauch und Speer finden Gefallen an ihr. Karoline lässt sich ausführen, während sich Kasimir mit dem Kleinkriminellen Merkl Franz betrinkt und Trost bei dessen Freundin Erna sucht. Karolines Versöhnungsversuch kommt zu spät: „Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich – aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wäre man nie dabei gewesen“.

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Jörg Wegener aus Mettmann meinte am Samstag, den 28.03.2009
Ein von der Aufführung eher fröhliches Stück, bei dem so manche lustige Gegebenheit den Zuschauer erheitert. Leider tritt dabei die Ernsthaftigkeit der Situation, in der das Stück spielt, nicht genügend in Erscheinung. Die Armut der Weltwirtschaftskrise von 1931 ist mir nicht ausreichend im Stück herausgekommen. Vielmehr werden kleinere Ansätze aufgezeigt, diese aber wiederum so überzogen dargestellt, dass sie schnell ins Lächerliche fallen.

Der Zuschneider Schürzinger spielt seine Rolle äußerst liebreizend. Man möchte fast den Eindruck gewinnen, er wäre bei einer männlichen "Karoline" besser aufgehoben.
Der Höhepunkt war für mich die Präsentation der Abnormitäten. Ein köstliches Amusement!

Die Wirtshaus Zenzi (bayerische Bedienung) wurde leider völlig unpassenderweise von einem Mann, im Dirndl verkleidet dargestellt. Solcherlei Showeinlagen sind in der letzten Zeit leider häufiger im Schauspielhaus zu beobachten. Sie tragen nicht zur Ernsthaftigkeit des Stückes dar, sondern sorgen beim Publikum für Irritationen und permanentes Gelächter.

Das Stück ist prinzipiell sehenswert, klassifiziert sich aber leider durch verschiedentliche unpassende Showeffekte in die seichte Unterhaltungecke. Schade, denn gerade zur heutigen Zeit, hätte man meines Erachtens nach einen idealen Bezug darstellen können. Dieses wurde leider verfehlt.
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