Stücke
Stückbeschreibung
Der Meister und Margarita
nach dem Roman von Michail Bulgakow
Unglaubliche Dinge geschehen in Moskau: Berlioz, der Vorsitzende einer Literaturgesellschaft, und Besdomny, ein junger Lyriker, diskutieren an einem Frühlingsabend über die Nichtexistenz Christi.
In ihr Gespräch mischt sich ein
Fremder, ein Ausländer offenbar, der beiläufig erwähnt, dass er nicht nur mit Kant gefrühstückt habe, sondern auch beim zweiten Verhör Jesu durch Pontius Pilatus zugegen gewesen sei.
Den beiden Literaten weissagt er eine düstere Zukunft: dem einen werde noch am selben Abend der Kopf vom Rumpf getrennt, der andere werde geisteskrank.
Beide Prophezeiungen bewahrheiten sich auf ebenso grausame wie lapidare Art und Weise.
Der Teufel selbst ist es, der auf diese Weise den Auftakt zu phantastischen Ereignissen gibt und die heuchlerische und korrupte Gesellschaft Moskaus in ein Chaos aus Tod und Zerstörung, Hypnose und Spuk stürzt. Begleitet von verschiedenen Gehilfen – am auffälligsten ein riesiger Kater – blamiert und schädigt er alle bis auf zwei Gerechte: den Meister und Autor eines unveröffentlichten Romans über Pontius Pilatus und Margarita, seine ehemalige Geliebte.
Der Teufel selbst ist es, der auf diese Weise den Auftakt zu phantastischen Ereignissen gibt und die heuchlerische und korrupte Gesellschaft Moskaus in ein Chaos aus Tod und Zerstörung, Hypnose und Spuk stürzt. Begleitet von verschiedenen Gehilfen – am auffälligsten ein riesiger Kater – blamiert und schädigt er alle bis auf zwei Gerechte: den Meister und Autor eines unveröffentlichten Romans über Pontius Pilatus und Margarita, seine ehemalige Geliebte.
Michail Bulgakow schrieb mit seinem Roman eine phantastische Groteske, die die Frage nach Politik und ihren Mechanismen, Unterdrückung, Macht und Ohnmacht ins Zentrum des Interesses rückt. Die Utopie von der persönlichen Freiheit ist längst einem Leben in Bürokratie und Systemhörigkeit gewichen; die phantastische Welt des Teufels wird zur neuen Realität für die Moskauer Gesellschaft.
Inszenierung
Sebastian Baumgarten
Kostüme
Tabea Braun
Bühne
Thilo Reuther
Musik
Ingo Günther
Video
Stefan Bischoff
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Kommentare lesen
Jan aus Düssseldorf meinte am Samstag, den 12.12.2009
oh weh! ein feuerwerk! Absurdes, Groteskes jagen einander! Und wieder die Nackten... aber war die Geschichte nicht auch eine traurige, melancholische?
Harald Unger aus Düsseldorf meinte am Samstag, den 07.03.2009
Ha - eine Sternstunde köstlichsten, intensivsten und tiefgründigsten Theaters. Mit einer Truppe auf der Bühne, die so abgefahren und genial rüberkommt, wie es dem Roman Bulgakows entspricht: nackt, grotesk, zwielichtig - kostümiert, mitfühlend und wunderbar.
Der zeitlos gültige Satz Gustav Mahlers, "Tradition ist Bewahrung des Feuers, nicht Anbetung der Asche", erfüllt sich hier, nach Art des Hauses, mit einem Leben und einer Echtheit, daß es nur so kracht vor Magie, Tragikomik und Abgrund.
Danke an meinen Vorredner für eine gerechte, gehaltvolle und zugewandte Kritik, der ich mich gerne anschließe.
Unterirdisch, noch eins drunter, wird's 'hoffentlich bald' wieder Wirklichkeit, daß der freien Kultur und ihren Künstlern, endlich, mit fuchtelndem Zeigefinger: " ... das freche Lügenmaul gestopft wird."
Norbert Schoog aus Düsseldorf meinte am Dienstag, den 06.05.2008
So ein Theater !
Sinnenfreudig und orgiastisch, laut und schräg, phantastisch und ironisch setzt Baumgarten die Romanvorlage Bulgakows in Szene. In der bereits aus seiner Sartre-Inszenierung gewohnt knalligen Art gelingt in einem bunten Medien Mix aus Theater und Film die Umsetzung des grotesken Romanes auf die Düsseldorfer Bühne für ein Publikum, bei dem (im Gegensatz zum Berliner Publikum, für das Castorf seine legendäre Volksbühnen-Fassung inszenierte) die Kenntnis der Vorlage nicht unbedingt vorausgesetzt werden darf. Und so gelingt es ihm, die recht komplexe Handlung verständlich rüberzubringen ohne zu banalisieren.
Verlassen kann er sich dabei auf ein grandioses Ensemble, das mit Leichtigkeit und Spielfreude agiert. Insbesondere das teuflisch gute satanische Dreigestirn unter Führung des (wie immer) überzeugend spielenden Rainer Galke fällt hierbei auf. Auch der Kontrast zwischen dem lakonisch versponnenen Meister von Markus Scheumann und der überdrehten Margarita von Nadine Geyersbach, die hier einmal mehr eine beeindruckende Vielseitigkeit zeigt, sind eine Freude.
Ein Theaterabend, der einfach Spaß macht.
Sinnenfreudig und orgiastisch, laut und schräg, phantastisch und ironisch setzt Baumgarten die Romanvorlage Bulgakows in Szene. In der bereits aus seiner Sartre-Inszenierung gewohnt knalligen Art gelingt in einem bunten Medien Mix aus Theater und Film die Umsetzung des grotesken Romanes auf die Düsseldorfer Bühne für ein Publikum, bei dem (im Gegensatz zum Berliner Publikum, für das Castorf seine legendäre Volksbühnen-Fassung inszenierte) die Kenntnis der Vorlage nicht unbedingt vorausgesetzt werden darf. Und so gelingt es ihm, die recht komplexe Handlung verständlich rüberzubringen ohne zu banalisieren.
Verlassen kann er sich dabei auf ein grandioses Ensemble, das mit Leichtigkeit und Spielfreude agiert. Insbesondere das teuflisch gute satanische Dreigestirn unter Führung des (wie immer) überzeugend spielenden Rainer Galke fällt hierbei auf. Auch der Kontrast zwischen dem lakonisch versponnenen Meister von Markus Scheumann und der überdrehten Margarita von Nadine Geyersbach, die hier einmal mehr eine beeindruckende Vielseitigkeit zeigt, sind eine Freude.
Ein Theaterabend, der einfach Spaß macht.
Barbara und Berenike Neukirchen aus 41564 Kaarst meinte am Mittwoch, den 30.04.2008
Bravo!!! Sie haben es geschafft, eins der wertvollsten Werke der Weltliteratur durch ihre Inszenierung auf das Niveau einer RTL 2 Produktion zu reduzieren.
Der philosophische Hintergrund dieses sehr komplexen Werkes ist bei ihrer Darbietung leider völlig verloren gegangen. Traurig, dass viele Besucher, die das Ursprungswerk nicht kennen, jetzt aufgrund ihrer gestrigen Erfahrung das Buch nicht mehr lesen werden.
Schade auch, dass selbst die kulturelle Einrichtung Theater nicht mehr in der Lage ist, niveauvolle Unterhaltung ohne nackte Menschen, Ordinärsprache und unartikuliertes Gebrüll zu bieten.
Wir fragen uns, warum jedes klassische Werk zwanghaft in eine moderene Inszenierung gepresst werden muss, wodurch die meisten Stücke nur an Wert verlieren.
Für Jeden, der sich eingehend mit Bulgakows Werk beschäftigt hat, muss ihre Inszenierung eine massive Enttäuschung sein.
Ferner haben wir in Theateraufführungen an Schulen schon bessere schauspielerische Leistungen erleben dürfen, als am gestrigen Abend.
Wir gehen eigentlich gern ins Theater, aber nach wiederholten Enttäuschungen und deren Krönung durch die gestrige Aufführung werden wir in Zukunft vom Düsseldorfer Schauspielhaus Abstand nehmen.
Mit freundlichen Grüßen,
Berenike Neukirchen, 23 Jahre Buchhändlerin
Barbara Neukirchen, 56 Jahre
Buchhändlerin
Der philosophische Hintergrund dieses sehr komplexen Werkes ist bei ihrer Darbietung leider völlig verloren gegangen. Traurig, dass viele Besucher, die das Ursprungswerk nicht kennen, jetzt aufgrund ihrer gestrigen Erfahrung das Buch nicht mehr lesen werden.
Schade auch, dass selbst die kulturelle Einrichtung Theater nicht mehr in der Lage ist, niveauvolle Unterhaltung ohne nackte Menschen, Ordinärsprache und unartikuliertes Gebrüll zu bieten.
Wir fragen uns, warum jedes klassische Werk zwanghaft in eine moderene Inszenierung gepresst werden muss, wodurch die meisten Stücke nur an Wert verlieren.
Für Jeden, der sich eingehend mit Bulgakows Werk beschäftigt hat, muss ihre Inszenierung eine massive Enttäuschung sein.
Ferner haben wir in Theateraufführungen an Schulen schon bessere schauspielerische Leistungen erleben dürfen, als am gestrigen Abend.
Wir gehen eigentlich gern ins Theater, aber nach wiederholten Enttäuschungen und deren Krönung durch die gestrige Aufführung werden wir in Zukunft vom Düsseldorfer Schauspielhaus Abstand nehmen.
Mit freundlichen Grüßen,
Berenike Neukirchen, 23 Jahre Buchhändlerin
Barbara Neukirchen, 56 Jahre
Buchhändlerin
Alica Hartung aus Düsseldorf meinte am Dienstag, den 29.04.2008
es wäre schön, wenn auch kurz vor den vorstellungen jemand ans telefon gehen würde. warum geben Sie nur vereinzelt die vorstellungsdauer an? Manchmal möchte man selbiges auch mal vor einer vorstellung erfahren.




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