KOPFGRAFIK

Stückbeschreibung
Europa (UA)
von Lars von Trier und Niels Vørsel
Der 1991 von Lars von Trier gedrehte Film "Europa" spielt in den Monaten nach der Kapitulation Deutschlands und stellt den cineastischen Gegenentwurf zu Kafkas berühmtem Roman "Amerika" dar. Er zeichnet das Bild einer aus den Fugen geratenen Zivilisation, die in der Erfüllung absurder Regeln und dem sich Klammern an Pflicht und Gehorsam das Bild einer in Schockstarre verharrenden Gesellschaft vermittelt. Erzählt wird die Geschichte des jungen idealistischen Amerikaners Leopold Kessler, der zurückgekommen ist, um beim Wiederaufbau des Landes zu helfen. Mit Hilfe seines deutschen Onkels bekommt er einen Job als Schlafwagenschaffner bei der ›Zentropa‹, der deutschen Bahngesellschaft.
Er lernt in Katharina Hartmann die Tochter des Firmeneigners kennen und gerät durch sie allmählich in den mörderischen Strudel fanatischer Revanchisten, die sich selbst als die letzten aufrechten Deutschen begreifen und ›Die Werwölfe‹ nennen. Am Ende steht für Leopold Kessler konsequenterweise der Tod als einzige Fluchtmöglichkeit aus diesem verlorenen Europa.

Von Triers Bild eines absurden Nachkriegsdeutschlands mutet wie die finstere Vision einer modernen Zukunft an. Immer noch scheint die unheilige Effizienz, mit der im Dritten Reich Holocaust und Menschentransporte bewältigt wurden, als erstrebenswerte Tugend in allen Köpfen verankert zu sein: Der Holocaust als Befähigungsnachweis logistischen Leistungsvermögens – ein Lern- und Umdenkungsprozess hat nicht stattgefunden. Die Naivität des Weltverbesserers Leopold Kessler ist dieser Form kollektiver Schuldverdrängung nicht gewachsen.


Kommentar schreiben

Kommentare lesen
F. Dietrich aus Bonn meinte am Mittwoch, den 20.02.2008
Sehr geehrte Gestaltende jenes hervorragenden Stückes!!

Ich wusste, dass mich 'Europa' inhaltlich nicht enttäuschen würde, was wohl an meiner bisher ungetrübten Achtung vor der Arbeit von Lars von Trier (und jenen Leuten um ihn herum) liegen mag. Doch wie über alle Maßen freudig!! überrascht war ich von diesem durch Theaterspiel gestaltetem Stück! Noch nie zuvor wurde ich derart gefordert von dem, was auf der Bühne geschah. Sowohl die Sprache, dh die erklärenden Worte, aber ja noch viel mehr die Bilder, die Gefühle, die ich kaum ertragen konnte aufgrund der erschreckend (wunderbaren!!) autentischen Leistungen der Schauspielenden!
Und welch Bühnenbild wurde uns geboten! Leider fehlen mir die rechten Worte um meine Achtung und Begeisterung wirklich zum Ausdruck zu bringen!

Ich hoffe, es wird kaum einen weiteren Kommentar geben, der die Vollkommenheit dieses Stückes in Frage stellt.

Mit freundlichen Grüßen

F. Dietrich


post scriptum:
Mir scheint als verdeutliche

'Meine Frau und ich sind seit über 30 Jahren Abbonenten des D´dorfer Schauspielhauses.'

das, was einen abhalten könnte, sich verletzt zu fühlen.
Dr.Michael Schilgen aus 46236 Bottrop meinte am Mittwoch, den 19.12.2007
Gestern Abend die Aufführung! Ich habe mich geärgert. Absolut wiederlich, überflüssig, teilweise ekelig. In der 2. Reihe sitzend mußte man Angst haben, von dem "Erbrochenen" und ausgespuckten Wasserfontänen getroffen zu werden. Der Spieler mit der Riesenzigarre verpestete nicht nur die Luft im Zuschauerraum, er gefährdet ausserdem noch seine Gesundheit massiv. Wie oft muß er noch?? Ich hatte von einem Theaterabend 4 Tage vor Weihnachten etwas anderes erwartet. Die Schauspielerinnen und Schauspieler, die ihre Rolle teilweise sehr gut spielten, taten mir einfach nur leid. Wer hat im Nachkriegsdeutschland ähnliches erlebt?? Ich kann mich an solche Dinge nicht erinnern. Habe die Zeit erlebt, wenn auch als Jugendlicher. Meine Frau und ich sind seit über 30 Jahren Abbonenten des D´dorfer Schauspielhauses.
Düsseldorfer Schauspielhaus, Gustaf-Gründgens-Platz 1, 40211 Düsseldorf, info@duesseldorfer-schauspielhaus.de

Kartentelefon: 0211 / 369911 | Kassenzeiten: Mo - Sa 11.00 - 18.30 Uhr
Abendkasse: Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn | Karten@duesseldorfer-schauspielhaus.de
d:ticket Hotline: 01805 / 644-332 (0,14€/Min), Mo-Fr 9.00 bis 20.00 Uhr, Sa 10.00 bis 18.00 Uhr