Spielplan
Stückbeschreibung
Dantons Tod
von Georg Büchner
Fünf Jahre nach dem Sturm auf die Bastille ist die Französische Revolution am Höhepunkt einer Phase angekommen, die als Terreur, als Schreckensherrschaft, in die Geschichte einging. Zwei ihrer Protagonisten, Robespierre und Danton, sind zu Feinden geworden über der Frage, ob der „Staatsterror als Offenbarung der Tugend“ (Robespierre) des Volkes weiter zu rechtfertigen ist. Danton unterliegt und wird zusammen mit seinen Anhängern vom Revolutionstribunal auf die Guillotine geschickt.
Vierzig Jahre später seziert der einundzwanzigjährige Medizinstudent und polizeilich bespitzelte Staatsfeind Georg Büchner in Darmstadt das Material der glorreichen Französischen Revolution. Er erhofft sich Gewissheiten über den Lauf der Geschichte und die Rolle, die ein einzelner Mensch darin spielen kann oder muss.
Das Stück, das daraus entsteht, „Dantons Tod“, ist alles andere als revolutionäre Propaganda. Im grimmigen Humor und den dunkel funkelnden Sätzen seines Titelhelden spiegelt es Büchners eigene Angst vor Repression und Tod und ist darüber hinaus die anatomische Darstellung einer Revolution, in der individueller Glücksanspruch und Gesellschaftsvertrag in Konkurrenz geraten. Seiner Zeit weit voraus, wurde es erst 1902 uraufgeführt.
Das Stück, das daraus entsteht, „Dantons Tod“, ist alles andere als revolutionäre Propaganda. Im grimmigen Humor und den dunkel funkelnden Sätzen seines Titelhelden spiegelt es Büchners eigene Angst vor Repression und Tod und ist darüber hinaus die anatomische Darstellung einer Revolution, in der individueller Glücksanspruch und Gesellschaftsvertrag in Konkurrenz geraten. Seiner Zeit weit voraus, wurde es erst 1902 uraufgeführt.
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Kommentare lesen
Wolfgang Ruscher aus Düsseldorf meinte am Mittwoch, den 09.06.2010
Liebe Marina, da Du ja in Deinem Kommentar betonst, dass Du noch "minderjährig" bist (obwohl Du schon im Leistungskurs bist), bleibe ich mal beim "DU". Als Deutsch-LK'lerin verlangst du doch bitte nicht allen Ernstes, dass das Schauspielhaus darauf hinweisen soll, wenn in einer Inszenierung männliche Genitalien zu sehen sind??!! Gerade ein solcher Hinweis würde doch das von Dir kritisierte "Sex Sells" fördern. Die Sex- und Nacktszene war absolut harmlos und die Schauspieler, die "blank zogen", brauchten sich doch wirklich nicht zu verstecken! In der Skala des Leipziger Schauspielhauses läuft derzeit "Hunger". In dieser Inszenierung onaniert der Hauptdarsteller Maximilian Brauer auf offener Bühne, deutlich sichtbar für's Publikum oder bei den gerade laufenden Wiener Festwochen ist "A jég (Ljod. Das Eis)", eine Inszenierung des ungarischen Staatstheaters aus Budapest, zu sehen, in der eine Schauspielerin sich des Genitals eines männlichen Kollegen annimmt... Wenn bei solchen drastischen Darstellungen ein Hinweis erfolgt "Besuch erst ab 18 jahren empfohlen", so finde ich das in Ordnung. Aber doch bitte nicht hier bei einer so harmlosen Darstellung wie im Danton! Außerdem ist der Danton doch recht blutrünstig, da ist diese Nacktszene doch gar nichts dagegen. Ich will mich jedenfalls immer wieder aufs Neue von den Regie- und Interpretationseinfällen überraschen lassen und möchte daher im Vorfeld nicht wissen, ob Herr Rupperti oder Herr Ostrowski die Hosen herunter lassen!
Marina Friemelt aus Meerbusch meinte am Freitag, den 14.05.2010
Als Leistungskurs Deutsch-Schülerin bin ich von Büchner seit jeher begeistert - Woyzeck, Dantons Tod, Friede den Hütten, Krieg den Palästen, einfach alles. Ein absolut grandioser Schriftsteller, der die deutsche Literaturkunst revolutioniert hat.
Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen, da ich die letzten Aufführungen durchaus nicht enttäuscht war, was Inszenierung und Textumgang anging.
Leider wurden diese Erwartungen brutal enttäuscht; anfangs ein irre lachender Danton, der sich das Hemd aufriss und die restliche erste Hälfte nicht mehr dazu kam, es zuzuknöpfen war erst der Anfang, Textauslassungen auf brutalste Weise und ein einfach dürftiges Szenenbild. Das, was Büchner ausmacht - das Offene Drama und Publikumsbezug - wurde völlig ignoriert und über den Haufen geworfen. Ein einziges Bühnenbild, das sinnbildlich für die vielen unterschiedlichen Handlungsorte stehen sollte, und anstelle einer großen Anzahl von Personen auf einmal nur vier oder fünf Schauspieler, deren Charakteren auch noch die Worte anderer in den Mund gelegt werden, sodass sich Charaktersinnbilder verschieben und alles für einen Kenner des Dramas zu einem einzigen Durcheinander - und zu einer Verwirrung Büchners eigentlicher Absicht - führt.
Dazu dann noch eine völlig unnötige und abstruse Sexszene, in der die Genitalien der Schauspieler für die Zuschauer aus den ersten Reihen offen zur Schau standen, und die mit dem Originalwerk durch nichts in Verbindung gebracht werden konnten, dafür aber verstörend vom Text ablenkten, der nichtsdestotrotz brilliant vorgetragen wurde - auch das Spiel der Schauspieler ist nicht zu tadeln, die Inszenierung meiner Ansicht nach für Büchner aber völlig unangemessen. Auch der Sinn der verzerrten Applausaufnahmen, die immer wieder eingespielt wurden, bleibt mir rätselhaft.
Dazu möchte ich, gerade da ich noch minderjährig bin, darauf hinweisen, dass "Sex sells" im Theater nicht gelten sollte. Gerade Büchners "Dantons Tod" und der "Woyzeck" sind Werke, die in der Schule Pflichtstoffe sind und in den Aufführungen ist vermehrt mit Schüleranzahl zu rechnen; wenn eine Sexszene dieser Art wirklich notwendig ist, sollte vielleicht eine Erotikwarnung vorab herausgegeben werden, sodass sich die Zuschauer, die dem gegenüber nicht schon völlig abgestumpft sind, das ersparen können.
Ich möchte noch einmal betonen, dass ich die Leistung der Schauspieler nicht zu kritisieren beabsichtige, die Inszenierung und Rollenverteilung wurde Büchners Genie allerdings gar nicht gerecht - und so verzichtete ich heute darauf, mir die letzte Aufführung nach der Pause noch weiter anzusehen. Nach der grandiosen Inszenierung "Amerikas" von Kafka für mich wieder ein eindeutiger Tiefschlag.
Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen, da ich die letzten Aufführungen durchaus nicht enttäuscht war, was Inszenierung und Textumgang anging.
Leider wurden diese Erwartungen brutal enttäuscht; anfangs ein irre lachender Danton, der sich das Hemd aufriss und die restliche erste Hälfte nicht mehr dazu kam, es zuzuknöpfen war erst der Anfang, Textauslassungen auf brutalste Weise und ein einfach dürftiges Szenenbild. Das, was Büchner ausmacht - das Offene Drama und Publikumsbezug - wurde völlig ignoriert und über den Haufen geworfen. Ein einziges Bühnenbild, das sinnbildlich für die vielen unterschiedlichen Handlungsorte stehen sollte, und anstelle einer großen Anzahl von Personen auf einmal nur vier oder fünf Schauspieler, deren Charakteren auch noch die Worte anderer in den Mund gelegt werden, sodass sich Charaktersinnbilder verschieben und alles für einen Kenner des Dramas zu einem einzigen Durcheinander - und zu einer Verwirrung Büchners eigentlicher Absicht - führt.
Dazu dann noch eine völlig unnötige und abstruse Sexszene, in der die Genitalien der Schauspieler für die Zuschauer aus den ersten Reihen offen zur Schau standen, und die mit dem Originalwerk durch nichts in Verbindung gebracht werden konnten, dafür aber verstörend vom Text ablenkten, der nichtsdestotrotz brilliant vorgetragen wurde - auch das Spiel der Schauspieler ist nicht zu tadeln, die Inszenierung meiner Ansicht nach für Büchner aber völlig unangemessen. Auch der Sinn der verzerrten Applausaufnahmen, die immer wieder eingespielt wurden, bleibt mir rätselhaft.
Dazu möchte ich, gerade da ich noch minderjährig bin, darauf hinweisen, dass "Sex sells" im Theater nicht gelten sollte. Gerade Büchners "Dantons Tod" und der "Woyzeck" sind Werke, die in der Schule Pflichtstoffe sind und in den Aufführungen ist vermehrt mit Schüleranzahl zu rechnen; wenn eine Sexszene dieser Art wirklich notwendig ist, sollte vielleicht eine Erotikwarnung vorab herausgegeben werden, sodass sich die Zuschauer, die dem gegenüber nicht schon völlig abgestumpft sind, das ersparen können.
Ich möchte noch einmal betonen, dass ich die Leistung der Schauspieler nicht zu kritisieren beabsichtige, die Inszenierung und Rollenverteilung wurde Büchners Genie allerdings gar nicht gerecht - und so verzichtete ich heute darauf, mir die letzte Aufführung nach der Pause noch weiter anzusehen. Nach der grandiosen Inszenierung "Amerikas" von Kafka für mich wieder ein eindeutiger Tiefschlag.
christoph aus düsseldorf meinte am Montag, den 26.04.2010
leider wurde das stück brutal gekürzt. das, was der schere des dramaturgen entging, war grandios. das stück ist nicht kaputt zu kriegen.
S. aus Essen meinte am Mittwoch, den 13.01.2010
Ich war hingerissen.
Danke. Vielen Dank.
Danke. Vielen Dank.
Melanie Eckrodt aus Düsseldorf meinte am Freitag, den 08.01.2010
Theater soll Spaß machen!
Das jeden falls bekomme ich als Schülerin des Goethe - Gymnasiums fast jeden Tag gesagt. Durch das im Unterricht gut vorbereitete Stückverständnis motiviert, sah auch ich mir die Vorstellung an. Leider muss ich gestehen, dass meine Motivation, scheinbar gemeinsam mit der einiger Schauspieler schnell abnahm. Ich selbst spiele auch Theater, und dort heißt es immer: "Es muss authentisch sein". Authentisch war bei diesem Stück leider nur einer: St.Just. Ihm konnte man jedes Wort glauben, er sprach das Publikum an, spielte hervorragend. Danton jedoch, verlor sich ziemlich schnell in dem auswendig gelernten Text, den er scheinbar an die letzte Publikumsreihe schreien musste. Leider aber auch nur an diese. Dieses Stück hat warlich nicht viel Spaß gemacht.
Das jeden falls bekomme ich als Schülerin des Goethe - Gymnasiums fast jeden Tag gesagt. Durch das im Unterricht gut vorbereitete Stückverständnis motiviert, sah auch ich mir die Vorstellung an. Leider muss ich gestehen, dass meine Motivation, scheinbar gemeinsam mit der einiger Schauspieler schnell abnahm. Ich selbst spiele auch Theater, und dort heißt es immer: "Es muss authentisch sein". Authentisch war bei diesem Stück leider nur einer: St.Just. Ihm konnte man jedes Wort glauben, er sprach das Publikum an, spielte hervorragend. Danton jedoch, verlor sich ziemlich schnell in dem auswendig gelernten Text, den er scheinbar an die letzte Publikumsreihe schreien musste. Leider aber auch nur an diese. Dieses Stück hat warlich nicht viel Spaß gemacht.
Peter Witt aus Düsseldorf meinte am Freitag, den 18.12.2009
großartiges, emotional bewegendes stück in einer nicht unbedingt eigenwilligen inszenierung, die die stärken von büchners arbeit jedoch herauszuarbeiten versteht. rainer galke verschafft der figur des verzweifelten mittäters und opfers der revolution eine ungeheure präsenz. nervig allerdings ein teil des schulklassenpublikums, das im saal das drama bildungsferner mittelschichtsangehöriger mittels sms-tipperei und chipstütengeraschel inszenierte.
Jürgen aus Düseldorf meinte am Mittwoch, den 16.12.2009
Und schön wäre es auch, nach den Premieren (ich weiß, im Theater gibt es immer so viel anderes zu tun) die Spieldauer im Internet vermerken könnte, damit man weiß, wann man wieder zu Hause ist.
Franka Pütz aus Düsseldorf meinte am Mittwoch, den 02.12.2009
Wollen Sie dem "älterem Abo-Publikum" das absprechen,was Sie sich herausnehmen? Einen eigenen Geschmack zu haben und ein vielleicht anderes Verständniss vom Theater? Ich gehöre nicht zum "älterem Abo-Publikum" und mir hat diese Aufführung auch nicht nur gefallen,...
"War diese Inszenierung wirklich das, was das Düsseldorfer Publikum sehen will?"
Ja!!! Auch!
"Oder galt dieser Zuspruch vor allem der dramatischen Vorlage?"
Ja,natürlich auch!
Aber allem voran der grossartigen schauspielerischen Leistung der Akteure und der durchaus beachtenswerten Interpretation des Stückes.
Liebe Deutschlehrer, dies ist eine Empfehlung: Wenn Sie mit Ihren SchülerInnen in diese Aufführung gehen, seien Sie sich bewusst, dass das Stück keine schnell zu konsumierende Ware ist. Bereiten Sie Ihre Schüler gut auf dieses Stück vor. Die unglaublichen Reden von St.Just,Robbespierre und Danton werden nicht durch Popmusik, Umgangssprache, Heutigkeitenquatsch, wehende weisse Tücher, völlig sinnentleerte Doppelbesetzungen und Männerrollen die nur originalitätsheischend von Frauen gespielt werden müssen, aufgepeppt.Auf Büchners Sprache muss man sich auch einlassen wollen (und können) und sie mitdenken.... denn genau das verlangt diese Inszenierung.
"War diese Inszenierung wirklich das, was das Düsseldorfer Publikum sehen will?"
Ja!!! Auch!
"Oder galt dieser Zuspruch vor allem der dramatischen Vorlage?"
Ja,natürlich auch!
Aber allem voran der grossartigen schauspielerischen Leistung der Akteure und der durchaus beachtenswerten Interpretation des Stückes.
Liebe Deutschlehrer, dies ist eine Empfehlung: Wenn Sie mit Ihren SchülerInnen in diese Aufführung gehen, seien Sie sich bewusst, dass das Stück keine schnell zu konsumierende Ware ist. Bereiten Sie Ihre Schüler gut auf dieses Stück vor. Die unglaublichen Reden von St.Just,Robbespierre und Danton werden nicht durch Popmusik, Umgangssprache, Heutigkeitenquatsch, wehende weisse Tücher, völlig sinnentleerte Doppelbesetzungen und Männerrollen die nur originalitätsheischend von Frauen gespielt werden müssen, aufgepeppt.Auf Büchners Sprache muss man sich auch einlassen wollen (und können) und sie mitdenken.... denn genau das verlangt diese Inszenierung.
marie mikisch aus Düsseldorf meinte am Mittwoch, den 02.12.2009
Dieser Abend war so schrecklich langweilig. Das Bühnenbild stand dem Spiel im Wege. Wie sich der unbekleidete Danton mit einer Frau im Bett rollt und dabei Reden schwingt, war vollkommen unglaubwürdig. Überhaupt glaubt man diesem Daton wenig. So fremdgeschämt hab ich mich im Theater selten. Besser man hätte die Schaupieler in einer Reihe aufgestellt und ihren Text abspulen lassen, als sie so bemüht zwischen Tisch, Bett und Stuhl einen guten Text zermatschen zu lassen. Der Applaus wurde zwischendurch schon eingespielt. Ein schlechtes Konzept und eine noch schlechtere Umsetzung.
Frank Pütz aus Düsseldorf meinte am Montag, den 30.11.2009
Schockierend viel Applaus und Bravo aus dem hauptsächlich mit älterem Abo-Publikum gefüllten Zuschauerraum. War diese (Nicht-)Inszenierung wirklich das, was das Düsseldorfer Publikum sehen will? Oder galt dieser Zuspruch vor allem der dramatischen Vorlage?
Liebe Deutschlehrer, seien sie gewarnt: Wenn Sie mit Ihren SchülerInnen in diese Aufführung gehen, machen Sie sich mitschuldig - mitschuldig insofern, dass Sie dem Vorurteil junger Menschen Nahrung geben, Theater sei langweilig, verstaubt und verkopft... denn genau das war diese Inszenierung.
Welch krasses Gegenbeispiel zu (z. B.) "Kabale und Liebe": Diese Inszenierung hat mir zwar auch nicht in jeder Hinsicht zugesagt, aber dort hat die Regie wenigstens konsequent etwas gewagt.
Liebe Deutschlehrer, seien sie gewarnt: Wenn Sie mit Ihren SchülerInnen in diese Aufführung gehen, machen Sie sich mitschuldig - mitschuldig insofern, dass Sie dem Vorurteil junger Menschen Nahrung geben, Theater sei langweilig, verstaubt und verkopft... denn genau das war diese Inszenierung.
Welch krasses Gegenbeispiel zu (z. B.) "Kabale und Liebe": Diese Inszenierung hat mir zwar auch nicht in jeder Hinsicht zugesagt, aber dort hat die Regie wenigstens konsequent etwas gewagt.
seeburg aus krefeld meinte am Montag, den 26.10.2009
Wäre schön, wenn man nicht nur die Namen der Schauspieler in der jeweiligen Inszenierung erfährt, sondern auch die Rolle im entsprechenden Stück.




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