Das Publikum, die Dramaturgie-Jury und die Jury der Theaterleitung hatten jeweils eine Stimme bei der Entscheidung um das beste Stück. Zur Wahl standen folgende Stücke: "Demut vor deinen Taten, Baby" von Laura Naumann, "Nach Korfu" von Nikolas Hoppe, "Indheidener Str. 71" von Nis-Momme Stockmann sowie "Das Blaue Gold" von Georgia Doll.
Das Publikum votierte eindeutig für Nikolas Hoppes Stück. In den anderen Jurys wurde heftig und kontrovers diskutiert. "Alle Texte sind interessant und spannend und sehr eigen, aber auch unterschiedlich weit. Die Entscheidung fiel demokratisch für 'Nach Korfu' von Nikolas Hoppe", so Amélie Niermeyer, die Generalintendantin des Düsseldorfer Schauspielhauses, bei der Preisverleihung. Thomas Jonigk, Leiter des Düsseldorfer Autorenlabors, begründete die Wahl der Jury: "Ein Text, der auf völlig unzynische Weise, von Trauer, Einsamkeit und der gleichzeitigen Unfähigkeit mit diesen Gefühlen und Zuständen umzugehen erzählt. Ein im besten Sinne unmodischer, atmosphärisch dichter Text." Der Preis des Autorenlabors ist mit 2.000 Euro dotiert, die der Freundeskreis des Düsseldorfer Schauspielhauses stiftet.
Nikolas Hoppe wurde 1986 in Bremen geboren. Er studiert seit 2008 Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Er ist Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "Bella triste" und gehört zur künstlerischen Leitung des Literaturfestivals "PROSANO VA 2011". Veröffentlichungen u. a. in der "Landpartie ZwanzigZehn", Jahresanthologie des Studiengangs Kreatives Schreiben. Er errang bereits den zweiten Platz beim "Münchener-Menülesungswettbewerb", war Gewinner des 6. Marburger Kurzdramenwettbewerbs und Finalist beim 2. dm-Autorenwettbewerb der Badischen Landesbühne. Er erhielt das Bremer Autorenstipendium 2009. Nikolas Hoppe schreibt Prosa und Drama.
Das Düsseldorfer Schauspielhaus widmet sich seit dem Beginn der Intendanz von Amélie Niermeyer mit dem Autorenlabor nun bereits im vierten Jahr verstärkt der kontinuierlichen Förderung junger Autorinnen und Autoren. Das von dem Dramatiker Thomas Jonigk geleitete Projekt ist in seiner Art im deutschsprachigen Raum einmalig, denn zusätzlich zu Lesungen bietet das Düsseldorfer Schauspielhaus die Uraufführung eines Theaterstücks auf einer seiner Bühnen – in diesem Jahr „Die Trägheit“ von Lukas Linder, dem Gewinner des letztjährigen Autorenlabors.
Die ausgewählten Teilnehmer des Autorenlabors treffen sich für die Dauer einer Spielzeit einmal pro Monat für drei Tage mit Thomas Jonigk in Düsseldorf. Im Rahmen der regelmäßigen Treffen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, den Düsseldorfer Theaterbetrieb kennen zu lernen, Proben und Vorstellungen zu besuchen oder auch Gespräche mit Schauspielern, Regisseuren, Dramaturgen und der Theaterleitung zu führen. Außerdem werden sie in der Entwicklung und Entstehung eines Theaterstücks unterstützt und begleitet.
Am Ende der Spielzeit werden die entstandenen Texte vor Publikum und Presse in Lesungen vorgestellt. Die Lesungen sind nicht szenisch, damit nicht die Regie, sondern der entstandene Text – und somit der Autor – im Zentrum steht.
Neben der finanziellen und kreativen Unterstützung geht es darum, die Autoren darin zu bestärken, die Herausforderung des Berufes Theaterautor anzunehmen und sich als unverzichtbaren Bestandteil der Spielpläne zu begreifen. Das Autorenlabor am Düsseldorfer Schauspielhaus wird gefördert von der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf.




